Der Polterabend
Der Polterabend ist kein Muss, wie in der Einleitung beschrieben. Praktisch ist er zum Beispiel, weil man zu ihm Leute einladen kann, die einem nicht ganz so nahe stehen, dass man sie zur Hochzeit einladen würde, die man aber trotzdem gerne teilhaben lassen will. Der Polterabend ist die ideale Gelegenheit, zum Beispiel Arbeitskollegen zum Feiern einzuladen. Sie brauchen kein Zehn-Gänge-Menü aufstellen, sehen Sie den Polterabend eher als gemütlichen und lockeren Stehempfang. Bestellen Sie ein paar kalte Platten mit Schinken, Käse, Oliven und Trauben, achten Sie darauf, dass es auch total fleischlose Platten gibt für empfindliche Vegetarier, kaufen Sie ein paar Stangen gutes Baguette und ausreichend Getränke und servieren das Ganze ganz unprätentiös als Buffet zur Selbstbedienung. Heute steht das Tellerwerfen im Vordergrund, nichts anderes. Falls Sie kein durch die Beziehung unnütz gewordenes Geschirr haben, besorgen Sie noch welches im Trödelladen oder ausgedientes von Familie und Freunden. Achten Sie bitte auch darauf, dass keiner Ihrer Nachbarn “in die Schusslinie” geraten kann, durch großzügige Beschilderung. Überhaupt sollten Sie natürlich allen Nachbarn Bescheid sagen, dass es laut wird und auch alle Nachbarn einladen. Die, mit denen Sie sich nicht verstehen, werden ohnehin nicht kommen, aber Beschwerden wird es auf diese Art auch weniger geben. Und nun viel Spaß beim Schmettern! Ganz genau genommen ist nämlich der Polterabend der letzte Abend, an dem Sie sich folgenlos kindisch und ausgelassen benehmen können. Ja, das sollen Sie sogar. Gewissermaßen ist es Ihre heilige Pflicht, auf dem Weg zur Hochzeit die ganzen Rituale und Späße mitzumachen. Lassen Sie sich ruhig darauf ein, vieles macht tatsächlich großen Spaß.